Zahngranulom: Symptome, Ursachen und Behandlung
Meistens asymptomatisch kann sich das Zahngranulom monatelang still entwickeln, bevor es Schmerzen, Abszesse oder sogar den Verlust des betroffenen Zahns verursacht. Regelmäßig mit der Zahnzyste verwechselt, verdient das Granulom dennoch besondere Aufmerksamkeit, denn seine frühzeitige Behandlung erlaubt es, schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.
Was ist ein Zahngranulom?
Ein Zahngranulom entspricht einer chronischen Entzündungsreaktion, die sich an der Wurzelspitze (Apex) eines Zahns entwickelt. Man spricht auch von einer apikalen Läsion.
Es handelt sich um eine Ansammlung von Entzündungszellen, manchmal mit einem kleinen Hohlraum verbunden, die als Reaktion auf eine anhaltende Infektion im Wurzelkanal entsteht. Im Gegensatz zu einem malignen Tumor ist das Granulom gutartig, bildet sich aber niemals spontan zurück.
Im Lauf der Zeit kann sich das Granulom zu einer Zahnzyste entwickeln, das heißt zu einem von einer Membran umgebenen, mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum. Und vor dieser Umwandlung ist zu handeln!
Granulom oder Zahnzyste: Was ist der Unterschied?
Granulom und Zahnzyste weisen Ähnlichkeiten auf, sind aber nicht identisch.
Während das Zahngranulom eine entzündliche Läsion aus Abwehrgewebe ist, das zur Eindämmung der Infektion gebildet wurde, ist die Zyste ein geschlossener Hohlraum, der sich durch Flüssigkeitsproduktion allmählich vergrößert.
In der Praxis kann sich ein vernachlässigtes Granulom in eine Zyste verwandeln. Wenn der Zahnarzt auf einer Röntgenaufnahme ein Granulom entdeckt, sollte er daher eine Behandlung vorschlagen, um diese Entwicklung zu vermeiden. Patienten, die von einer «Zyste» sprechen, tragen in Wirklichkeit manchmal ein apikales Granulom.
Was sind die Symptome eines Zahngranuloms?
Die meisten Granulome bleiben lange ohne sichtbare Erscheinung. Mehrere Anzeichen können jedoch alarmieren:
- ein diffuser oder anhaltender Schmerz an einem Zahn, manchmal beim Kauen verstärkt;
- ein Druckgefühl im Kiefer;
- eine abnorme Zahnbeweglichkeit;
- eine lokalisierte Schwellung des Zahnfleisches;
- das Auftreten einer Fistel (kleine Öffnung, durch die Eiter abfließt);
- in manchen Fällen ein schlechter Atem im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von Bakterien.
Diese Zeichen sind nicht spezifisch, und nur eine Röntgenuntersuchung ermöglicht es, das Vorhandensein eines Granuloms zu bestätigen. Das Bild zeigt im Allgemeinen eine dunkle (radiotransparente) Zone an der Wurzelspitze.
Was sind die Ursachen und Risikofaktoren von Granulomen?
Die Bildung eines Granuloms folgt einer infektiösen oder traumatischen Aggression.
Infektiöser Ursprung
In der überwiegenden Mehrheit der Fälle resultiert das Zahngranulom aus einer unbehandelten Karies oder einer unvollständigen Wurzelkanalbehandlung. Die Bakterien vermehren sich im Wurzelkanal und erreichen die Wurzelspitze. Der Organismus reagiert mit einer chronischen Entzündung, die die Infektion eindämmen soll.
Traumatischer oder unfallbedingter Ursprung
Ein heftiger Schlag, eine Fraktur des Zahns oder des Kiefers können ebenfalls zu einer Nekrose der Zahnpulpa führen. In diesem Fall entwickelt sich das Granulom nach und nach an der Spitze der geschwächten Wurzel.
Sonderfälle von angeborenen Zysten und Granulomen
Bestimmte Anomalien in der Entwicklung von Zähnen und Kiefern können ebenfalls das Auftreten von granulom- oder zystenartigen Läsionen begünstigen. Diese Situationen bleiben selten, rechtfertigen jedoch eine spezifische Überwachung.
Was passiert, wenn ein Granulom ohne Behandlung fortschreitet?
Ein kleines Granulom (weniger als 5 mm Durchmesser) kann völlig unbemerkt bleiben. Mit zunehmender Größe können jedoch mehrere Komplikationen auftreten.
Zunächst kann der Zahn schmerzhaft werden, sich abnormal bewegen oder sogar ausfallen. Die Infektion kann sich auch auf das umgebende Gewebe ausbreiten und einen Abszess, eine Gesichtsschwellung oder Ernährungsschwierigkeiten verursachen.
Oft führt die Entwicklung zu einer größeren Zahnzyste, mit erhöhtem Risiko von Knochenverlust und Kieferschwächung. Deshalb ist es unerlässlich, ein Granulom vom Zeitpunkt der Diagnose an zu behandeln, auch ohne ausgeprägte Symptome.
Wie behandelt man ein Zahngranulom?
Ziel der Granulombehandlung ist es, die infektiöse Ursache zu beseitigen und die pathologischen Gewebe zu entfernen. Je nach Schwere der Läsion und Zustand des Zahns können zwei Hauptansätze in Betracht gezogen werden.
Konservative Behandlung
Wenn der Zahn erhalten werden kann, führt der Zahnarzt eine Revision der endodontischen Behandlung (Wurzelkanalbehandlung) durch. Er reinigt und desinfiziert die Wurzelkanäle, bevor er sie hermetisch füllt, um jede Reinfektion zu vermeiden.
In einigen Fällen wird eine vorübergehende Antibiotikatherapie verschrieben, um die Entzündung vor der Wiederaufnahme der Behandlung zu reduzieren.
Chirurgische Entfernung
Wenn das Granulom trotz Wurzelkanalbehandlung bestehen bleibt, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Die Entfernung besteht darin, die Läsion sowie den ursächlichen Zahn, wenn er nicht erhalten werden kann, zu entfernen.
Dieser Eingriff, «Apektomie» (oder Wurzelspitzenresektion) genannt, beschränkt sich auf die Wurzelspitze, die abgetrennt wird. Er wird unter lokaler Anästhesie durchgeführt und bleibt minimalinvasiv. Die Knochenheilung verläuft im Allgemeinen schnell.
In jedem Fall muss die Behandlung des Granuloms von einer Behandlung der ursprünglichen Ursache begleitet werden, sonst rezidiviert die Läsion schließlich.
In manchen Fällen eines chirurgischen Versagens oder wenn der Zahn zu beweglich oder zu beschädigt ist, ist eine Zahnextraktion erforderlich.